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„Er reicht ja für alle, unser Schiller. Aber eben darum sage ich doch: jedem seinen Schiller “ - so der Schriftsteller Martin Walser. Und eben unter diesem Motto ist die CD „Tausendsakerlott“ oder „Schillers sämtliche Werke subtil gekürzt und brachial umgeschrieben“ zu hören. Allein der Titel ist eine Frechheit, eine Anmaßung, eine Provokation. Was sich dahinter verbirgt ist ein Abriß des Schillerschen Lebens samt Einführung, Übersicht und Interpretation seiner berühmtesten Werke. So gelangt man von Schillers Geburt in Marbach (1759) zu detaillierten Beschreibungen des Obduktionsberichtes seiner Leiche; von den ersten literarischen Anfängen seiner „Räuber“ bis zu seinem unvollendeten „Demetrius.“ Dabei wechselt sich die informative Darstellung seiner Biografie mit der Vorstellung, Verballhornung, Umdichtung seiner Werke ab. Beide Darstellungsformen jedoch folgen der Maxime, den alten Schiller einem neuen, jungen Publikum schmackhaft zu machen. So spart man nicht mit Anglizismen, Vergleichen zur heutigen Zeit und Politik und versucht Schiller als aktuellen Klassiker zu verkaufen. Ergänzt wird das Hörspiel durch Musikeinlagen die direkt oder manchmal auch nur ganz subtil etwas mit Schillers Leben und Wirken gemein haben. Da erklingt z.B. die von Beethoven vertonte „Ode an die Freude“ neben einem Song von Bob Dylan, eine Arie von Giuseppe Verdi neben dem Adagio für Nagelgeige von Friedrich Rust.
[...] Schiller ist lesenswert, er ist zitierfähig, er hat mehr zu bieten als pointierte Sprüche á la: „Dem Manne kann geholfen werden.“ Seine Themen wie: Freiheit, Ziele, Freundschaft, Verstrickungen von Macht und Ohnmacht haben auch 200 Jahre nach seinem Tod nichts an Aktualität verloren.