Label of the Year

Unser Klassiklabel ARS Produktion ist mit dem Internationalen Musikpreis "ICMA" ausgezeichnet worden.

For over 30 years, the German classical label ARS Produktion has been a successful platform for young artists as well as for widely recognized musicians. Many releases feature niche programs revealing hidden treasures. Artists, critics and listeners have pointed out the excellent recorded sound created by Manfred Schumacher, with most of the productions being released as high quality hybrid SACDs.


OPUS KLASSIK 2019

Unsere SACD-Produktion
REINFELD / NUSS – DEBUT
ist mit dem Deutschen Musikpreis "OPUS KLASSIK 2019" ausgezeichnet worden.

→ Video Statement


Noe Inui – Eugène Ysaÿe

Die sechs Solo-Sonaten für Violine von Eugène Ysaÿe haben im Leben eines jeden modernen Geigers einen Platz von fundamentaler Bedeutung. Studium und Einspielung eines Gesamtwerks stellen einen Gewinn und eine Herausforderung dar, die ich mehr und mehr als entscheidend für meine musikalische Entwicklung empfinde. Diese Solo-Sonaten haben mich in meiner musikalischen Ausbildung begleitet, seit ich vierzehn Jahre alt war.

In Brüssel geboren und mit der instrumentalen Technik, wie ich sie in der Nachfolge von Ysaÿe (nacheinander bei Jacques Dupriez und Carlo Van Neste) erlernt habe, scheint dieses Band eine immer größere symbolische Bedeutung für mich zu bekommen, je mehr ich in der Welt herumkomme und meine Musik mit anderen teile. Eine weitere Koinzidenz: mein Geburtsdatum ist der 16. Juli 1985 und Ysaÿe ist am gleichen Tag im Jahr 1858 geboren. Die Inversion der Zahlen 58−85 im Abstand von gut hundert Jahren lässt mich fast an eine schicksalhafte Verbindung zwischen „Eugène le Magnifique“, wie ihn Mathieu Crickboom nannte, und mir glauben.

Großartig im vielseitigen Spektrum seiner Kompositionen hat uns Ysaÿe mit seinen Werken für Violine allein einen Schatz von unermesslichem Wert hinterlassen, häufig unterschätzt, da oft als eine Art technisches Barometer in den großen internationalen Wettbewerben benutzt. Als jemand, der selbst an diesem „Schaulaufen“ teilgenommen hat, bin ich glücklich, einen persönlicheren Zugang zu diesem Gesamtwerk, frei von jeglichem Konformismus, vorstellen zu können. Die Idee zu dieser Gesamtaufnahme hat mich schon seit Jahren begleitet, und 2018 war nun die perfekte Gelegenheit für die Aufnahme, denn dieses Jahr markiert den 160. Geburtstag des „Kolosses“ der Geige.


300 Jahre Liechtenstein – Rheinberger “Wallenstein”

Das Fürstentum Liechtenstein feiert Geburtstag – und das Sinfonieorchester Liechtenstein gratuliert mit einer CD in Super-Audio-Qualität! Nur um ein Jahr und eine gewichtige Null liegen ihre Gründungsjubiläen auseinander: Gestaltete das Orchester 2018 seine 30. Saison, so blickt das viertkleinste Land Europas – und das sechstkleinste der Welt – im Jahr 2019 auf 300 bewegte Jahre zurück.

Unter dem Dirigenten Florian Krumpöck spielt das Sinfonieorchester Liechtenstein die Sinfonie d-Moll op. 10 «Wallenstein» des europäischen Romantikers Josef Gabriel Rheinberger (1839–1901).


Nathanael Carré und das Ensemble Nuanz – Palette, Musik für Flöte und Streichsextett

Die französische Musik hat ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Fülle an Stilen hervorgebracht – vom Impressionismus und dem wagnérisme als einer Sonderform der Wagner-Verehrung über den Symbolismus und den Neoklassizismus bis hin zu einer Avantgarde, die ausbrach aus den festgefügten Traditionen und doch bei allem Eigensinn die landestypische Eleganz nie verlor. Verknüpft waren diese reichen Stil-Entwicklungen von Anfang an mit einem ausgeprägten Gefühl für aparte Besetzungen. Man denke nur an die Kombination von Harfe, Flöte und Viola in Werken von Claude Debussy, Maurice Ravel oder Jacques Ibert. Die Kammermusik französischer Komponisten dieser Jahrzehnte ist voll von solch schillerndem, sinnenbetörendem Klangfarbenzauber, der sich ihrer speziellen Instrumentierung verdankt wie auch der Poesie, die vielen dieser Werke zugrundeliegt.

Insofern steht der in Villeurbanne bei Lyon geborene Flötist Nathanaël Carré ganz in französischer Tradition, wenn er sich mit seinen Arrangements für Flöte und Streichsextett auf Klangfarbensuche begibt und dabei selbst zum Poeten wird. Originalwerke für Flöte und Klavier werden von ihm auf zwei Violinen, zwei Bratschen, ein Cello und einen Kontrabass übertragen und soweit bearbeitet, bis sich der Klaviersatz auffächert ins Filigrane und Feinbesaitete – und mit einem Mal wie verwandelt erscheint: Aufgelöst in einen neuen, anderen Aggregatzustand, in dem auch die feinsten Strukturen der Musik hörbar werden und sich ausdifferenzieren, wird den Originalwerken ein zweites, kostbares Leben schenkt.


Held/Beskow – Winterreise

Über unsere Arbeit mit Schuberts Winterreise:

Für uns beide war Schuberts Winterreise sehr früh in unserem Leben präsent. Daniel erzählt mir immer wieder, wie er mit seinem Großvater am Klavier saß und „Der Leiermann“ spielte. Ich kann mich erinnern, dass ich auf der halbstündigen Fahrt zur Probe des Hymnus-Chores in Stuttgart immer nur bis zum „Frühlingstraum“ kam, bevor ich aussteigen musste. Wir waren fasziniert von diesem Werk, das so viel zu wissen schien von dem, was wir fühlten und dessen Geschichte auch irgendwie unsere Geschichte war.

Jahre später begegnete ich Daniel in Kopenhagen an der Musikhochschule. Er hatte mich in einem Konzert mit einigen der Lieder gehört und entschieden, dass ich der Sänger sein sollte, der mit ihm Winterreise aufführen würde. Ich selber war gerade dabei den Zyklus für meinen Abschluss an der Hochschule in Freiburg vorzubereiten und hatte schon länger den Traum gehabt, eine szenische Variante zu entwickeln. Daniel war sofort dabei.

Die Verneinung des Körperlichen im Liedgesang und der Wunsch der Wächter der Gattung, nur die Stimme für den Ausdruck zu nutzen, waren mir immer suspekt und ich wollte herausfinden, welche expressiven Möglichkeiten Schuberts Lieder offenbaren, wenn man sich erst einmal traut, das seit den 50er Jahren gebräuchliche Format aufzugeben. Es war uns klar, dass wir damit nicht nur auf Gegenliebe stoßen würden, aber wir waren bereit dieses Risiko einzugehen.

Wir konnten Jörn Kaspuhl dafür gewinnen, für uns ein Bühnenbild zu gestalten. Er schuf sieben Illustrationen, die auf großen Rahmen den Hintergrund für unsere Konzerte bilden sollten. Im Verlauf der Wanderschaft würde ich die übereinander hängenden Bilder abnehmen und so den nächsten Ort der Handlung enthüllen. Die alten Bilder sollten auf dem Boden liegend Teil einer Schneelandschaft sein, abgeworfen wie altes Laub, eine Erinnerung an das, was hinter uns liegt. Ebbe Støvring Knudsen war der Regisseur, der uns half alles zusammen zu schnüren. Wir erforschten das Verhältnis der beiden Akteure auf der Bühne, die Reaktion auf die sich verändernde Umwelt und den Weg des Wanderers durch den Schnee. Das Bühnenbild passt in eine große Schlagzeugtasche und auftreten können wir in jedem erdenklichen Raum. Das tun wir nun seit 4 Jahren und haben mehr als 50 Vorstellungen gespielt.

Und am Ende kamen wir wieder am Anfang an - bei der Musik von Schubert und den Gedichten von Wilhelm Müller. Denn bei aller Suche nach einem neuen Format wollten wir doch immer dem Text treu sein. Und darum haben wir in dieser Zeit auch viele Stunden geprobt, unsere Konzertmitschnitte angehört, gestritten und gerungen um jeden Ton, jeden Takt und jedes Wort. Wir haben entdeckt wie wild, expressiv, verzweifelt aber auch hoffnungsvoll, melancholisch und still Schuberts Winterreise ist. Und über die Jahre reifte eine Interpretation, die wir nun in dieser Aufnahme mit Tonmeister Franz Schaden nahe Wien festgehalten haben.

Sie ist nicht unser letztes Wort zur Winterreise, nur eine Momentaufnahme. (Johannes Held)


Mozart – Flötenquartette

Über diese Quartette, die zu ihrer Zeit für Liebhaber geschrieben wurden und die heute auch für die besten Musikern eine Herausforderung bedeuten, könnte man diejenigen Worte setzen, mit denen Mozart in seinem Brief vom 28. Dezember 1782 das Wesen seiner Konzerte zusammenfasste: „Sie sind sehr brillant, angenehm in die Ohren, natürlich, ohne in das Leere zu fallen, hie und da können auch Kenner allein Satisfaction erhalten, doch so, dass die Nicht-Kenner damit zufrieden sein müssen, ohne zu wissen, warum.“

Kurz gesagt: Schönste Kammermusik „für Kenner und Liebhaber“, gespielt von den wunderbaren Musikern Karel Valter (Traversflöte), Pablo Valetti (Violine), Peter Biely (Viola) und Petr Skalka (Violoncello).

Traverso: Martin Wenner, Singen 2005, nach August Grenser, Dresden, c. 1790
Violine: Giovanni Battista Guadagnini, 1758
Viola: Bronislav Bursik, Brünn 2014
Violoncello: Joseph Guarnerius filius Andreae c. 1700-05


Milena Wilke – mit Tatiana Chernichka

Milena Wilke wurde 1996 in Freiburg im Breisgau geboren. Sie erzielte den ersten Preis des Wettbewerbs „Ton und Erklärung“ 2016 des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft in Berlin und ist Preisträgerin zahlreicher weiterer nationaler und internationaler Wettbewerbe. 2017 wurde sie Stipendiatin der Studienstiftung des deutschen Volkes und des Richard-Wagner-Verbandes Konstanz und zudem in die Organisation Yehudi Menuhin „Live Music Now“ aufgenommen. Beim Deutschen Musikwettbewerb 2018 erhielt sie ein Stipendium in der Kategorie Violine solo, verbunden mit der Aufnahme in die Bundesauswahl Konzerte Junger Künstler (BAKJK). Seit Oktober 2018 ist sie außerdem Mitglied der künstlerischen Leitung des Festivals „Höri Musiktage am Bodensee”.

Milena Wilke beginnt die Reise durch Osteuropa – gemeinsam mit der Pianistin Tatitiana Chernichka – mit dem ungarischen Komponisten Ernst von Dohnányi (Sonate für Violine und Klavier cis-Moll op. 21), geht dann weiter mit dem tschechischen Komponisten Josef Suk (Vier Stücke für Violine und Klavier op. 17) zu dem russischen Komponisten Sergei Prokofjew (Fünf Melodien für Violine und Klavier op. 35bis), dann zum polnischen Komponisten Henryk Wieniawski (Fantaisie Brillante op. 20 nach der Oper ‘Faust’ von Gounod). Außerdem spielt sie eine Eigenkomposition für Violine solo (Rhapsodie op. 2).