Reinhild Mees

Die lyrische Sopranistin Siri Karoline Thornhill studierte zunächst in ihrer norwegischen Heimatstadt Stavanger und vertiefte ihre Gesangsausbildung mit ein Master-Abschluss am Königlichen Konservatorium in Den Haag. Entscheidende sängerische und künstlerische Impulse erhielt sie weiterhin von Anna Reynolds, Jean Cox, Beata Heuer-Christen und Elly Ameling. In der Zusammenarbeit mit Dirigentenpersönlichkeiten wie Iván Fischer, Ton Koopman, Bruno Weil, Kwamé Ryan, Philippe Herreweghe, Thomas Hengelbrock, Ivor Bolton, Gijs Leenars, Daniel Reuss, Jos van Veldhoven, Rolf Gupta, Michi Gaigg und Fabio Bondi perfektionierte sie ihre stilistischen Kenntnisse, wobei ihr besonderes Interesse der historisch informierten Aufführungspraxis galt. Renommierte Klangkörper wie das Konzerthausorchester Berlin, La Petite Bande, das Freiburger Barockorchester Consort, das Balthasar Neumann Ensemble, das Stavanger Symfoniorkester, die Wallfish Band, das Concertgebouw Kamerorkest oder das Amsterdam Baroque Orchestra gehören zu ihren musikalischen Partnern.

Ihre Auftritte führten sie in bedeutende Konzertsäle wie Concertgebouw Amsterdam, Kennedy Center Washington, Oslo Konserthus, Konzerthaus Berlin, Berliner Philharmonie, Gasteig München, Frauenkirche Dresden, St. Michaelis Hamburg, Alte Oper Frankfurt, Wiener Konzerthaus, Konzertverein Graz, Palais des Beaux Arts in Brüssel, Auditorium Bordeaux, Théâtre des Champs-Élysées, Salle Garnier in Monte Carlo und Sala Verdi in Mailand.

Sie gastierte bei renommierten Festivals wie den Händelfestspielen in Göttingen und Halle, Thüringer Bachwochen, Rheingau Musik Festival, Mozartfest Augsburg, Tage alter Musik Regensburg, Haydnfestival Eisenstadt, Beethoven Fest Bonn, Festival international de l'Opera Beaune, den Festivals für Alte Musik in Brügge und Utrecht, Oslo Kammermusik-Festival, Sydney Festival sowie bei Rencontres musicales de Vézelay.

Opernproduktionen in den Rollen der Drusilla in Monteverdis L’Incorazione di Poppea und Telemaco in Simon Mayr's gleichnamiger Oper führten sie nach Freiburg, Halle, Kristiansand und Beaune sowie an die Komische Oper Berlin. Zudem verkörperte sie Mozart-Rollen wie Venere, Donna Anna, La Contessa und Pamina.

CD-Einspielungen von Bach-Kantaten entstanden mit La Petite Bande unter Sigiswald Kuijken (Accent) und dem Kölner Kammerorchester unter Helmut Müller-Brühl (Naxos). Die Matthäus-Passion unter Jos van Veldhoven (Channel Classic Records) und die Einspielungen von Buxtehude-Kantaten im Rahmen des Opera-Omnia-Projekts von Ton Koopman (Channel Classic Records) samt Simon Mayrs Jacob a Labano fugiens, Mayrs Requiem und eine Wiederentdeckung des Requiems von Donizetti (Naxos) sind weitere Höhepunkte in der umfangreichen Diskographie der Sängerin.

Reinild Mees studierte bei Gérard van Blerk (Amsterdam), Noël Lee (Paris) und Malcolm Frager (USA). Nach ihrem Studium konzentrierte sich die niederländische Pianistin auf die Begleitung von Sängern und Instrumentalisten. Bei hochrangigen Interpreten wie Elly Ameling, Gérard Souzay und Jörg Demus konnte sie sich in diesem anspruchsvollem Metier vervollkommnen.

Heute ist Reinild Mees eine vielgefragte Begleiterin bei Liederabenden. An der Seite von Solisten wie Camilla Nylund, Marlis Petersen, Claudia Barainsky, Amanda Roocroft, Piotr Beczala, Sergei Leiferkus, Konrad Jarnot, Wolfgang Holzmair, Olaf Bär oder Roman Trekel konzertiert Reinild Mees regelmäßig in wichtigen europäischen Musikzentren. Diese Konzerte werden oft in TV und Rundfunk übertragen.

Eine umfangreiche Diskografie dokumentiert ihr musikales Spektrum. Reinild Mees nahm für Channel Classics Records das sämtliche Liedschaffen von Ottorino Respighi, Franz Schreker, Edward Elgar und Karol Szymanowski auf. Bei Capriccio nahm sie Sämtliche Lieder von Erich Wolfgang Korngold auf, mit Konrad Jarnot und Adrianne Pieczonka. Weitere CDs umfassen Mendelssohns ‘Lieder mit und ohne Worte’, eine Auswahl Chinesischer Lieder und Lieder von Hermann Zilcher. Auch spielte sie die Liedzyklen von Robert Schumann ein auf einem historischem Flügel aus Schumanns Zeit, als Partnerin des deutschen Baritons Jochen Kupfer. Ihr großes Engagement für das Liedschaffen von Karol Szymanowski brachte Reinild Mees den Szymanowski-Award und gleichzeitig einen Orden des Polnischen Kulturministeriums. Außerdem wurde die Szymanowski CD-Box ausgezeichnet mit dem wichtigen polnischen Schallplattenpreis, dem Fryderyk Award, für die beste Aufnahme polnischer Musik.

1998 gründete Reinild Mees die Stiftung 20ste-eeuwse Lied (Das Lied im 20. Jahrhundert). Ziel der Stiftung ist es, das Liedrepertoire des 20. Jahrhunderts und insbesondere der Zeit zwischen den Weltkriegen wieder stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Statt traditionellen Liederabenden kreiierte die künstlerische Leiterin eine Reihe halbszenisch dargebotener Konzertprogramme, mit denen sie im In- und Ausland große Erfolge feierte. Seit 2014 ist Reinild Mees außerdem tätig als künstlerische Leiterin des Kammermusikfestivals ALBA ROSA VIVA!.

Reinild Mees begleitete viele Meisterkurse, u.a. von Elisabeth Schwarzkopf, Irmgard Seefried und Galina Wischnewskaia und war an der Musikhochschule Amsterdam und beim Opera Studio Nederland als Gastprofessorin tätig. Momentan unterrichtet sie an der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf.