Vasco Dantas – Poetic Scenes

Vera Schnider – Un`arpa straordinaria – Italienische Musik des 17. Jahrhunderts für Arpa Doppia

Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 1, Festspielorchester Kassel, Adam Fischer

April 2020

Vasco Dantas – Poetic Scenes

April 2020

Alle auf dieser CD eingespielten Komponisten sind nicht nur was die Form angeht miteinander verbunden, sondern auch durch persönliche Beziehungen. Im Mittelpunkt steht der deutsche Romantiker Robert Schumann. Er hat einen neuen Kompositionsstil entwickelt, dessen Einfluss sich in allen anderen Kompositionen auf dieser CD bemerkbar macht. Die „Kinderszenen“ sind ein Musterbeispiel dieses neuen Stils, die gelungenste Form der poetischen Szenen. Schumann versteht sich darin als „Tondichter“. Er wird oft als „Meister der kleinen Form“ bezeichnet. Aber die „Kinderszenen“ sind nicht eine Aneinanderreihung hübscher Miniaturen. Sie bilden eine strukturelle Einheit in Sprachklang, Metrik und Gestik.

Robert Schumann und Carl Reinecke waren eng befreundet. So kam es zu den Transkriptionen einer Reihe von Liedern Schumanns, von denen Schumann begeistert war. Er nahm diese Liedtranskriptionen sogar in seinen handgeschriebenen Werkkatalog auf.

Alexandre Rey Colaço studierte in Berlin an der Königlichen Akademie der Künste, deren Direktor der berühmte Geiger Joseph Joachim war, wiederum ein Freund Robert Schumanns. Colaços Fados sind kleine poetische Szenen, die ihren Ursprung in der Volksmusik Portugals haben.

Auch José Vianna da Motta brachte mit seinen „Cenas Portuguesas“ die poetische Tondichtung nach Portugal. Das portugiesische Königshaus hatte ihm ein Studium in Berlin ermöglicht, wo er an derselben Akademie studierte wie Colaço und die deutsche Musik der Romantik schätzen lernte.

Vera Schnider – Un`arpa straordinaria – Italienische Musik des 17. Jahrhunderts für Arpa Doppia

April 2020

UN`ARPA STRAORDIANARIA ist ein Programm rund um die damals neu entwickelte Arpa Doppia. Vincenzo Galilei schrieb 1581 von einer chromatischen Harfe, die wir in der Arpa Estense noch heute in Modena vorfinden: Das Hinzufügen chromatischer Saiten bewirkte, dass auf dem bisher diatonischen Instrument die Musik des ausgehenden 16. Jahrhunderts spielbar wurde. Diese erweiterte Harfe fand schnell Anklang bei der gesellschaftlichen Elite Italiens. Und durch den engen kulturellen Austausch der Höfe wurde die Arpa Estense nicht bloß in Ferrara bei der d`Este-Familie zu einem vielverwendeten Instrument, sondern verbreitete sich auf der ganzen Halbinsel. Die neue, chromatische Harfe war von Beginn an ein Instrument der Oberschicht. Der zahlungskräftige Adel konnte sich nicht nur die teuren (und häufig reich dekorierten) Instrumente leisten, sondern veranstaltete auch Konzerte und gab Kompositionen in Auftrag.

Gustav Mahler – Sinfonie Nr. 1, Festspielorchester Kassel, Adam Fischer

April 2020

Kassel, die Stadt im Herzen Deutschlands, international bekannt als Stadt der alle fünf Jahre stattfindenden Weltkunstausstellung „documenta“, fand auch auf dem Gebiet der Musik internationale Beachtung, als der damalige Generalmusikdirektor Ádám Fischer im Jahr 1989 das „Gustav Mahler Fest Kassel“ ins Leben rief.

Mit dem Festspielorchester entstand ein Klangkörper von ganz eigener Qualität und Charakteristik. Neben dem Konzertmeister Rainer Hocke von den Wiener Philharmo-nikern wurden vor allem die Oboen- und die Klarinettengruppe aus den Wiener Philharmonikern und den Wiener Symphonikern gebildet, deren Instrumente besondere Merkmale und damit einen spezifischen Klang aufweisen. Gleiches gilt für die Hörner, die bei Mahler eine wichtige Rolle spielen. Der besondere Streicherklang von Musikern etwa der Staatskapelle Dresden, der Tschechischen Philharmonie Prag, dem Orchester der Ungarischen Staatsoper sowie die Blechbläser, vor allem Trompeten, aus deutschen Orchestern, ergänzt durch Musiker aus Brünn, vom Concertgebouw-Orchester Amsterdam sowie aus Frankfurt, Hannover, Köln und Düsseldorf ergaben einen Mahlers Musik in besonderer Weise adäquates Klangbild. Selbstverständlich hatte das Staatsorchester Kassel mit insgesamt 20 Musikern, die im Wechsel eingesetzt wurden, maßgeblichen Anteil am Festspielorchester.

Dies ist ein Konzertmitschnitt vom 8.7.1989: Ádám Fischer dirigiert das Festspielorchester des »Gustav Mahler Fest Kassel«.